Ich hab’s nur hochgeladen. Ehrlich.

Es begann – wie so vieles bei mir – mit einem Bild. Ein fertiges, stilles, schönes Bild. Und der Idee, es diesmal anders zu machen. Nicht wie sonst: Musik, Gefühl, Gedicht, dann irgendwann ein Bild. Nein. Diesmal sollte das Bild zuerst sprechen. Und ich wollte zuhören. Und dann Musik dazu machen.

Also fing ich an. Ganz leise. Ganz für mich. Ich wollte kein Publikum. Kein Applaus. Kein „Gefällt mir“. Ich wollte einfach nur ein Video zu diesem Bild haben. Für mich. Für mein Gefühl. Für den Moment.

Aber dann kam die Technik. Und die Technik sagte: „Du willst ein Video auf deiner Website einbetten? Dann brauchst du einen Premium-Account.“ Den ich nicht habe. Und auch nicht haben will. Also blieb mir nur eine Lösung: YouTube. Hochladen, einbetten, fertig.

Ich habe das Video hochgeladen. Nicht, um es zu zeigen. Nur, um es zu haben. Und dann… dann passierte das, womit ich nicht gerechnet hatte.

Das Projekt explodierte. Im besten Sinne. Plötzlich waren da nicht nur ein paar Töne, sondern zehn Songs. Zehn. Bei der GEMA angemeldet. Offiziell. Wirklich.

Und ich? Ich habe für mich beschlossen, bei diesem Projekt nicht in der ersten Reihe zu stehen. Ich will im Hintergrund bleiben. Das klingt einfacher, als es ist. Denn sobald man anfängt, Konten zu verknüpfen, Plattformen zu verbinden, sich irgendwo rauszunehmen, sich neu zu verschachteln, wieder von vorn zu beginnen – fühlt es sich an, als würde man auf einem zehn Jahre alten Kaugummi herumkauen. Zäh. Klebrig. Und irgendwie vertraut.

Natürlich gibt es Plattformen, die meinen richtigen Namen kennen. GEMA. Spotify. Amazon Music. Klar. Aber dort bleibt er geheim. Und das ist mir wichtig. Dieses Projekt soll für sich stehen. Ohne mich im Rampenlicht. Deswegen werde ich es hier auch nicht beim Namen nennen. Ich hoffe, ihr versteht das.

Und noch etwas hat sich verändert: Ich bin nicht mehr allein. Ich habe mich mit einem guten Sänger und Gitarristen und einem unfassbaren Rapper zusammengetan. Zusammengetan? Nein, sie sind mir einfach zugelaufen. Moment. Das ist auch nicht ganz richtig. Ich erkläre es ein anderes mal.

Wir sind jetzt ein kleines, feines Team. Und wir arbeiten gemeinsam an den Songs. An den Bildern. An dem, was da gerade entsteht. Und das fühlt sich – trotz allem Chaos – ziemlich richtig an.

Und jetzt? Jetzt lassen wir die Spiele beginnen. Ich habe schon einen riesengroßen Gehirn-Kauderwelsch von all den Verbindungen, Umgehungen, Sprachen und Plattformen. Ein Albtraum. Aber auch ein Abenteuer.

Eure Julusch

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