Mein erster Beitrag nach so langer Zeit beginnt mit einer Lüge: Ich hatte einfach keine Zeit mehr diesen Blog weiterzuführen.
Das stimmt so nicht ganz. Aber die billigste und einfachste Erklärung. Fakt ist: Es ist schwer Worte in Pixel zu verwandeln, wenn man nichts mehr fühlt.
Leergeschrieben. Leergelebt. Leergefühlt.
Also kamen von mir keine „ach so wichtigen Phrasen“ und „pseudopsychologischen Ergüsse“ mehr. Statt dessen wendete ich mich der schönen Scheinwelt von Social Media zu. Wozu sich mit sich selbst auseinander setzen, wenn man einfach ein paar Bilder machen kann und diese dann mit wenigen Klicks zu einem schönen Leben verwandeln kann.
Shinny happy people wohin man nur schaut. Ist das nicht wunderbar?
Mittlerweile habe ich auf Instagram mehrere Kanäle.
- Einen der mein Leben zeigt wie es sein sollte. Wundervolle Glitzerwelt voller glücklicher Menschen.
- Einen der mein Leben zeigt wie es ist. Den kennen nicht viele. ;-)
- Einen für meine Urbex-Leidenschaft und einen für meine Kunst.
Aber … dieser Blog war immer ehrlich. Keine Glitzerwelt, keine Lügen, keine Augenwischerei. Aber wie das im Leben ebenso ist, entwickelt man sich weiter und vieles was bis heute auf diesen Seiten geschrieben steht, sehe ich mittlerweile anders. Einige Themen sehe ich viel gelassener als früher und bei anderen Themen habe ich mich geradezu radikalisiert. Emotional, nicht körperlich. Versteht sich.
Also was mache ich? Beiträge die ich nicht mehr fühle einfach löschen? Umschreiben? Vielleicht auch einfach nur archivieren? Ich habe mich dazu entschlossen einfach alles stehen zu lassen. Irgendwie ist es ein Protokoll meiner persönlichen Entwicklung, aber legt in Beiträge, die schon viele Jahre alt sind, nicht mehr ganz so viel Bedeutung rein.
Es wird viel neuer Inhalt kommen, aber derzeit bin ich noch sehr stark darin eingebunden, die Texte zu übersetzen. Ich wollte den Blog gerne inklusiver machen. Einige aus meiner Familie oder meinem Freundeskreis sprechen weder deutsch noch englisch. Ja, sie können meine Texte auch durch den Google Übersetzer jagen, aber ob damit auch vermittelt wird was ich wirklich sagen möchte? Das bezweifle ich mal stark.
Ansonsten hat sich wenig verändert. Ich habe die Unterseiten abgespeckt und fokussiere mich mehr.
Viele meiner alten Wegbegleiter haben mich deabonniert. Verständlich nach langen Jahre der Stille, aber ich hoffe der eine oder andere stolpert mal wieder über mich. Der Austausch mit euch war einer der Hauptgründe, warum ich den Blog so geliebt habe.
In diesem Sinne. Auf bald.
Eure Julusch


2 Antworten zu “Die schöne Welt des Seins”
Sehr schön geschrieben.
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Vielen Dank, Carsten.
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